
Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von unserem Ehrenobermeister Richard Bechinger,
der am 05. Oktober nach schwerer Krankheit verstorben ist.
Mit Richard Bechinger verliert die Friseurinnung München eine herausragende Persönlichkeit, einen leidenschaftlichen Verfechter des Friseurhandwerks und einen Menschen, der unsere Innung über Jahrzehnte hinweg geprägt hat. Sein Wirken, seine Überzeugungen und sein unermüdlicher Einsatz werden mit der Geschichte unserer Innung für immer verbunden sein.
Schon früh stellte Richard Bechinger seine Zeit, sein Wissen und seine Erfahrung in den Dienst des Friseurhandwerks. Was zunächst mit seiner Mitarbeit in den Gesellen- und Meisterprüfungsausschüssen begann, entwickelte sich zu einem außergewöhnlichen ehrenamtlichen Engagement, das weit über vier Jahrzehnte andauern sollte.
Als Obermeister der Friseurinnung München führte er diese über viele Jahre mit großer Fachkompetenz, Weitsicht und persönlicher Überzeugungskraft.
Er verstand es, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, klare Positionen zu vertreten und Menschen für gemeinsame Ziele zu gewinnen. Dabei dachte er nie nur an das Heute, sondern immer an die kommenden Generationen von Friseurinnen und Friseuren.
Während seiner Amtszeit wurden wichtige Weichen für die Zukunft der Friseurinnung München gestellt. Mit großem Engagement setzte er sich für den Erwerb und den Umbau des heutigen Innungsgebäudes ein. Damit schuf er gemeinsam mit seinen Mitstreitern ein dauerhaftes Fundament für die Arbeit der Innung und ein Zuhause für Generationen von Friseurinnen und Friseuren. Das Haus der Friseure ist bis heute ein sichtbares Zeichen seines zukunftsorientierten Handelns und seines nachhaltigen Wirkens für den Berufsstand.
Neben seinem Engagement in München übernahm Richard Bechinger zahlreiche Aufgaben auf Landes- und Bundesebene. Seit 1990 war er Mitglied des Vorstands des Landesinnungsverbands Bayern, Kammerbeauftragter für Oberbayern, sowie Delegierter zum Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks. Ab 1993 leitete er den Berufsbildungsausschuss des Landesinnungsverbands Bayern und brachte sein Fachwissen darüber hinaus auf Bundesebene ein. Im Jahr 2005 zog er sich aus seinen Ämtern im Landes- und Zentralverband zurück.
Seine besondere Leidenschaft galt der beruflichen Bildung. Er wusste, dass die Zukunft des Handwerks in der Qualität der Ausbildung liegt. Mit großem Sachverstand und unermüdlichem Einsatz brachte er sich in zahlreiche Gremien auf Innungs-, Landes- und Bundesebene ein. Viele wichtige Entwicklungen in der Aus- und Fortbildung des Friseurhandwerks tragen seine Handschrift.
Auch als Sachverständiger setzte er wichtige Impulse für das Friseurhandwerk. Besonders hervorzuheben ist das von ihm initiierte Symposium für Sachverständige im Rahmen der Bayern Hair 2003 in Nürnberg. Dort wurden frühzeitig neue fachliche Entwicklungen diskutiert und wichtige Impulse für die Branche gesetzt.
Richard Bechinger war ein Mensch klarer Worte und fester Überzeugungen. Seine rhetorische Stärke, seine argumentative Klarheit und seine Beharrlichkeit machten ihn zu einer respektierten Stimme des Friseurhandwerks. Dabei blieb sein Umgang mit Kolleginnen und Kollegen, Mitarbeitenden und Weggefährten stets von Respekt und Wertschätzung geprägt. Viele Kolleginnen und Kollegen erinnern sich deshalb nicht nur an seine fachliche Kompetenz, sondern auch an seine Loyalität, seine Aufrichtigkeit und seinen Humor.
Die Ernennung zum Ehrenobermeister unserer Innung war Ausdruck des großen Respekts und der Dankbarkeit für sein Lebenswerk. Seine zahlreichen Ehrungen auf Landes- und Bundesebene würdigten seinen außerordentlichen Einsatz für das Friseurhandwerk.
Viel wichtiger jedoch bleibt das, was er hinterlassen hat: Werte, Überzeugungen, Strukturen und eine Innung, die durch sein Wirken stärker geworden ist.
Wir verlieren einen Wegbegleiter, Ratgeber und Freund der Friseurinnung München. Sein Rat, seine Stimme und seine Persönlichkeit werden uns fehlen.
Die Friseurinnung München wird ihrem Ehrenobermeister Richard Bechinger stets ein ehrendes Andenken bewahren.
Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt seiner Frau und seiner Familie
und allen, die ihm verbunden waren.
Obermeister Christian Kaiser und der Vorstand der Innung München
sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle
und alle Kollegeninnen und Kollegen